Wie Schüler mit Atlantis Bionik und Leichtbau erforschen

Experimentier-Workshop der Initiative Junge Forscher informierte Schüler für MINT-Berufe


Backnang, Mörikeschule. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der sogenannte „MINT-Lernkreislauf“ ist ein Weiterbildungsprogramm für Lehrkräfte im Raum Stuttgart. Das Bildungsprojekt der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) und der Vector Stiftung unterstützt Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen seit 2019. In Fortbildungen erwerben Pädagogen Methoden und Ideen, MINT-Unterricht so zu gestalten, der Schülerinnen und Schüler Lust auf Technik, Naturwissenschaft, Digitales und entsprechende Berufsfelder macht.

Projekttage an Schulen
Neben den Fortbildungen führt die IJF Projekttage in der Region Stuttgart durch. Im Rahmen des Lernkreislaufes finden sie an zehn teilnehmenden Gemeinschaftsschulen statt. So wie kürzlich an der Mörikeschule in Backnang. „Das forschend-entdeckende Lernen fördert das Behalten des Gelernten“, erklärt Pascal Hauser, Bildungsreferent und Projektleiter der IJF. „Neben grundlegenden Informationen erhalten Schülerinnen und Schüler vor allem die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Dazu laden verschiedene Experimentierstationen ein. Wir haben das in eine spannende Geschichte zu der Unterwasserstadt Atlantis gepackt.“ In den sechsstündigen Workshops „Bionik und Leichtbau“ messen Jugendliche an einer Station mit Schwimmfiguren aus Holz den Wasserwiderstand. An einer anderen Station erproben sie die Wärmeisolation verschiedener Materialien. Außerdem sollen sie herausfinden, wie Faserbundstoffe funktionieren. „Zuerst vermuten die Jugendlichen, planen und führen anschließend die Experimente selbst durch“, so der Biologe.

Mit den Projekttagen und den dabei behandelten Themen möchte die Initiative das Interesse an MINT-Berufen bei jungen Menschen wecken. „Wir möchten zeigen, welche hervorragende Perspektiven Naturwissenschaft, Technik und IT bieten“, erklärt Hauser. MINT-Berufe seien nicht besonders beliebt. „Das könnte daran liegen, weil die meisten gar nicht wissen, wie man in diesen Bereichen arbeitet und welche gesellschaftlichen Pionierleistungen dort erbracht werden. Deshalb entwickeln wir unsere Programme so, dass Schülerinnen und Schüler authentische Einblicke in die Arbeitswelt 4.0 erhalten.“ Dabei nimmt die IJF besonders Mädchen und junge Frauen in den Fokus.

Konzept, das ankommt
„Die MINT-Fächer sind für die Gestaltung der Zukunft wie die digitale Transformation oder die Klimawende entscheidend. Die Vector Stiftung stärkt die MINT-Bildung, um mehr Schülerinnen und Schüler für technische Berufe zu begeistern. Der Ansatz des MINT-Lernkreislaufs funktioniert sehr gut, was Umfrageergebnisse unter Lehrkräften und Schüler:innen belegen“, sagt Edith Wolf, Vorständin der Vector Stiftung.
Nach Bionik und Leichtbau folgt das Thema Erneuerbare Energien. Bevor diese Workshops an Schulen stattfinden, bilden sich die Lehrkräfte in einer Fortbildung weiter. „Der Fachkräftemangel zeigt, dass man in den MINT-Fächern nachsteuern muss“, sagt Christoph Petschenka, Geschäftsführer der Initiative. „Wir möchten mit diesem Bildungsprojekt, das in Abstimmung mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport durchgeführt wird, den Technologiestandort Stuttgart stärken und einen Beitrag zur Abmilderung des Fachkräftemangels in der Region leisten.“

25. März 2022